Auftraggeber können alternative Angebote im Ausschreibungsverfahren zulassen. Dies muss jedoch in der Ausschreibungsbekanntmachung eindeutig erwähnt werden. Darüber hinaus muss der Auftraggeber Mindestanforderungen für die alternativen Angebote in der Ausschreibungsbekanntmachung oder in den Ausschreibungsunterlagen festlegen. Alternative Angebote, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen, sind auszuschließen. Die öffentlichen Auftraggeber können auch verlangen, dass alternative Angebote nur als Ergänzung zu einem Hauptangebot vorgelegt werden können. Für Versorgungsunternehmen mit dem SektVO und für Verteidigungs- und Sicherheitsverträge mit dem VSVgV (siehe Frage 1) wurden sektorspezifische Rechtsvorschriften umgesetzt, die durch die Umsetzung der Richtlinie 2009/81/EG über die Koordinierung der Verfahren für die Vergabe bestimmter Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge durch öffentliche Auftraggeber oder Einrichtungen in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit umgesetzt wurden. Teil 3 des VOB/A ist auch für Bauaufträge in diesem Bereich bestimmt. Unternehmen, die aufgrund eines Interessenkonflikts als voreingenommen gelten, dürfen sich nicht an der Entscheidungsfindung des Auftraggebers im Hinblick auf ein Ausschreibungsverfahren beteiligen (Art. 6 VgV, Art. 6 SektVO und Abschnitt 7 KonzVgV).

Beispielsweise gilt eine Person als voreingenommen, wenn sie Mitglied eines Leitungsorgans oder Angestellter des Auftraggebers und gleichzeitig Bieter im Ausschreibungsverfahren ist. Dasselbe gilt für Berater des Auftraggebers (z. B. Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer) oder für jede andere bevollmächtigte Person (z. B. Architekt oder Ingenieur), die gleichzeitig Bieter ist oder einen Bieter konsultiert oder unterstützt. Der öffentliche Auftraggeber muss den Grundsatz des Wettbewerbs durch Maßnahmen gewährleisten, die eine Verfälschung gewährleisten (Abschnitt 7 Absatz 1 VgV, Abs. 6 Abs.

3 Nr. 4 EU VOB/A). Solche Maßnahmen sind im Allgemeinen die Offenlegung über die Beteiligung des Bieters und der Informationsaustausch an die anderen Bieter. Das Verhandlungsverfahren ist ein Verfahren, bei dem der öffentliche Auftraggeber Elemente des öffentlichen Auftragsauftrags direkt mit einem oder mehreren Bietern aushandelt, nur als Ausnahme von den offenen oder nichtoffenen Verfahren zulässig ist. Das Vergaberecht sieht die Möglichkeit vor, Rahmenvereinbarungen mit zwei oder mehr verschiedenen Unternehmen zu schließen (Abschnitt 21 Absatz 4 VgV; Abschnitt 4a EU VOB/A). Wenn die Bedingungen der Rahmenvereinbarung hinreichend detailliert sind, kann die Vergabe der Einzelaufträge auf der Grundlage der Rahmenvereinbarung erfolgen, ohne dass ein weiteres Vergabeverfahren erforderlich ist. Wenn die Rahmenvereinbarung nur teilweise hinreichend detailliert ist, wird der Einzelauftrag durch eine Mischung aus einer Direktvergabe und einem vereinfachten Vergabeverfahren vergeben. Ist die Rahmenvereinbarung nicht ausreichend detailliert, so muss die Auftraggeberin im Rahmen der Rahmenvereinbarung ein vereinfachtes Vergabeverfahren zwischen den Parteien durchführen.

Ein Einzelauftrag wird auf der Grundlage der eingereichten Angebote und der in der Rahmenvereinbarung genannten Vergabekriterien vergeben. Gemäß Section 134 GWB hat der öffentliche Auftraggeber den unterlegenen Bietern eine vorherige Mitteilung über den beabsichtigten Zuschlag zu übermitteln (siehe Frage 36).